Die Nintendo Switch 2 startete mit hohen Erwartungen – doch nur wenige Monate nach dem Launch scheint die Stimmung zu kippen. Deutschlands bekanntester Nintendo-YouTuber Domtendo bringt es auf den Punkt: „Der Switch-2-Hype ist tot.“ Was steckt hinter dieser Aussage? Und wie geht es mit Nintendos neuer Konsole wirklich weiter?
Domtendos Warnsignal: Der Hype flacht spürbar ab
Auf Twitter (X) meldete sich Domtendo zu Wort – und das mit klaren Worten. Für ihn ist die Euphorie rund um die Switch 2 bereits deutlich abgeebbt. Der Grund? Eine Mischung aus Lieferproblemen, enttäuschenden Verkaufszahlen in Europa und Unmut über Nintendos Preispolitik.
In seinem Posting zeigt er unter anderem ein Bild vom fallenden Aktienkurs von Nintendo im vergangenen Monat. Ob es tatsächlich einen Zusammenhang mit den Verkaufszahlen gibt, lässt sich zwar nicht sicher sagen – doch der Zeitpunkt wirkt zumindest auffällig.
Europäische Verkaufszahlen: Die Realität sieht bescheiden aus
Ein Blick auf die aktuellen Zahlen aus Europa gibt Domtendo recht: Die PlayStation 5 hat die Nintendo Switch 2 im August 2025 bereits überholt. Laut einer Schätzung von VGChartz wurden verkauft:
- PS5: 273.627 Stück
- Switch 2: 235.187 Stück
- Switch 1: 80.914 Stück
- Xbox Series X|S: 38.356 Stück
Im Vergleich zum Juli verlor Nintendo in Europa über 108.000 Verkäufe. Zwar schnitt die Switch 2 trotzdem besser ab als die Switch 1 im selben Release-Zeitraum (2017), doch ein Grund zum Feiern ist das kaum.
Vor allem die hohen Preise für Konsole und Spiele gelten als Killer der Vorfreude. Viele Fans zeigen sich enttäuscht – und das schon wenige Monate nach Veröffentlichung.
USA als Lichtblick: Switch 2 verkauft sich dort blendend
Einen Ausgleich für die Schwäche in Europa liefert allerdings der US-Markt. Laut Analyst Mat Piscatella von Circana wurden dort innerhalb der ersten drei Monate nach Release 2,4 Millionen Einheiten der Switch 2 verkauft.
Zum Vergleich:
- PlayStation 4 in gleichem Zeitraum: 2,2 Millionen (bisheriger Rekord)
- Switch 1 im selben Zeitraum: 77 % weniger Verkäufe
In den USA gelingt Nintendo also ein historischer Erfolg. Doch reicht das aus, um den Eindruck in Europa und Japan zu kompensieren?
Warum der Funke nicht dauerhaft überspringt
Die Gründe für das abkühlende Interesse sind vielschichtig. Neben den Lieferschwierigkeiten in Japan und der Preisdebatte spielt laut Domtendo auch Nintendos restriktive Patentpolitik eine Rolle. Viele Fans fühlen sich durch rechtliche Streitigkeiten, fehlende Innovationen oder enttäuschende Launch-Titel nicht ernst genommen.
Zudem ist der Markt insgesamt härter geworden. Die PS5 hat sich mittlerweile fest etabliert und punktet mit einem starken Spiele-Lineup. Für die Switch 2 bedeutet das: der Spielraum für Fehler ist gering.
Wie geht es jetzt weiter für Nintendo?
Die Zahlen aus den USA geben Grund zur Hoffnung. Doch wenn Nintendo seine Stellung in Europa nicht schnell stärkt, könnte die Switch 2 langfristig hinter ihren Möglichkeiten bleiben.
Fans und Experten fordern mehr als nur Hardwarepower: starke Exklusivtitel, faire Preise und echte Innovationen könnten das Ruder noch herumreißen. Noch ist nicht alles verloren – aber der Hype allein wird es wohl nicht mehr richten.
Fazit: Ein Erfolg mit Fragezeichen
Die Switch 2 verkauft sich in Teilen der Welt hervorragend – vor allem in den USA. Doch Domtendos Kritik trifft einen wunden Punkt: In Europa sind die Verkaufszahlen rückläufig, die Fans zunehmend skeptisch. Ob Nintendo die Kurve noch kriegt, hängt jetzt von den nächsten Monaten ab. Eins ist sicher: Der Hype ist kein Selbstläufer mehr.




